Volvo Dynamic Steering – die größte Neuheit seit Einführung der Servolenkung

Unter den drei Spezialisten im Konferenzraum in Göteborg macht sich eine spürbare Spannung breit. Sie sind dabei, die größten Neuheiten in Sachen Lenkung seit Einführung der Servolenkung zu präsentieren. Das neue System verringert die auf den Fahrer einwirkenden Kräfte um bis zu 85 Prozent. Das ist mehr als ausreichend, um die Belastung des Fahrers zu verringern und die Produktivität zu steigern.

Bei den sehr präzisen Wendemanövern und einer Lenkung wie bei einem Go-Kart war leicht zu erkennen, wie sich das neue System positiv auf Fernfahrten auswirken kann. Doch niemand konnte voraussehen, wie groß der Unterschied bei langsamem Fahren mit einem voll beladenen Lkw sein würde. Bosse Franzon spricht aus Erfahrung: „Ich konnte den voll beladenen Lkw mit nur einem Finger lenken. Später habe ich das in meinem Auto versucht, aber meine Finger brachten nicht die nötige Kraft auf.“

Was mit I-Shift bei Getrieben möglich war, wird auch bei der Lenkung funktionieren

Bewegungsfreiheit

Die neue Lenkung des Volvo FM zeigt Ihre Qualitäten überall dort, wo viel manövriert werden muss. „Nehmen Sie nur den städtischen Verteilerverkehr“, so der Ingenieur Kristoffer Tagesson. Er fährt fort: „Man kann oft beobachten, wie sich Fahrer bei der Einfahrt in einen Kreisverkehr nach vorne lehnen, um mehr Kraft im Oberkörper zu bekommen. Das Lenken bei geringer Geschwindigkeit kann ein echter Kampf sein.“ Das Servodrehmoment ist progressiv, sodass es bei niedrigerer Geschwindigkeit mehr Unterstützung gibt. Dadurch ist das Fahren im Alltag weniger belastend. Und weniger Ermüdung bedeutet auch eine Verbesserung der Sicherheit.

Verschleißschäden

Sogar junge Fahrer haben heute schon Probleme mit Nacken und Schultern. „So gesehen geht es bei Volvo Dynamic Steering nicht nur um Komfort“, äußert der leitende Ingenieur Jan-Inge Svensson. „Mit dieser Innovation lassen sich bei Fahrern belastungsbedingte Gesundheitsprobleme vermeiden – und damit auch Krankmeldungen. Aus Sicht eines Fahrers lässt sich so die aktive Karriere verlängern, ohne dass es zu Schulterproblemen kommt. Und wenn man nach acht oder neun Stunden Fahrzeit weniger müde ist, kommt es auch zu weniger Zwischenfällen.“

Untersuchungen zeigen, dass Nacken- und Schulterschmerzen unter Fahrern aller Altersgruppen weit verbreitet sind.
Schultern

Vorhersehbar, nicht ermüdend

Auch bei hoher Geschwindigkeit wird der Fahrer den ganzen Tag durch Unregelmäßigkeiten auf der Fahrbahnoberfläche durchgeschüttelt. Hier werden die Unebenheiten durch Abfangen der Störung herausgefiltert, und die Fahrt wird dadurch entspannter. Durch Volvo Dynamic Steering erhält der Lkw auch eine größere Richtungsstabilität bei hoher Geschwindigkeit. Laut Kristoffer Tagesson wird er dadurch vorhersehbarer. „Die Lenkung selbst funktioniert sehr sauber und geradlinig. Die zusätzliche Unterstützung sorgt in jedem Augenblick dafür, dass die geeignete Kraft auf das Lenkrad wirkt. Dadurch wird das Lenken weniger ermüdend und vorhersehbarer.“

Schlaglöcher versetzen dem Lenkrad normalerweise einen Stoß, doch Volvo Dynamic Steering fängt die Störung ab, bevor sie das Lenkrad erreicht.
Schlaglöcher

Besserer Geradeauslauf

Normalerweise ist die Straße zu einer Seite hin geneigt, und das Fahrzeug driftet nach unten. Also muss der Fahrer diese Abweichung auch auf einer neuen Autobahn ständig kompensieren. Durch die Zugdriftkompensation wird die durchschnittliche Neigung der Straße berechnet und entsprechend kompensiert. Damit werden die Schultern des Fahrers durch Volvo Dynamic Steering bei langen Fahrten weniger beansprucht.

Einzigartige Technologie

Volvo Dynamic Steering wird durch einen Elektromotor angetrieben, der die Lenkung zweitausend Mal pro Sekunde ansteuert. „Dies gibt Ihnen eine Vorstellung von der hohen Präzision“, so Bosse Franzon. „Die Technologie wird auf einer Drehmomentüberlagerungsplattform entwickelt, das heißt, dass wir weitreichende Möglichkeiten haben, den Funktionsumfang in Zukunft zu erweitern. Ich glaube, dass diese Technologie bei der Lenkung das schaffen wird, was I-Shift bei Getrieben erreicht hat. Diese Option wird sicher sehr gern gewählt.“

Kristoffer Tagesson

Ein Schritt nach vorn für den Rückwärtsgang

Volvo Dynamic Steering bietet dort Unterstützung, wo sie oft am meisten benötigt wird – im Rückwärtsgang. Das Lenkrad kehrt genauso von selbst in die Neutralstellung zurück wie beim Vorwärtsfahren. Dadurch ist es in einer kritischen Fahrsituation nicht mehr so anstrengend, das Lenkrad zu drehen. Kristoffer Tagesson erläutert: „Wenn neun oder zehn Tonnen auf der Vorderachse des Lkw lasten, ist das Rückwärtsfahren Schwerstarbeit. Mit Volvo Dynamic Steering legt man den Rückwärtsgang ein und lenkt nahezu mühelos. Dann kann man das Lenkrad loslassen und zusehen, wie es sich gleichmäßig zurückbewegt, bis der Lkw gerade ausgerichtet ist.“

Freihändig

„Wenn Sie den Lastzug gerade parken, den Rückwärtsgang einlegen und das Lenkrad loslassen, können Sie praktisch so weit Sie wollen rückwärts fahren. Nach hundert Metern merken Sie vielleicht, dass Ihre Aufliegerachsen nicht mehr ganz in einer geraden Linie sind. Wenn Sie aber das gleiche ohne Volvo Dynamic Steering machen würden, käme es nach zwanzig Metern zum Klappmesser-Effekt“, gibt Bosse Franzon zu verstehen.

Erfahren Sie mehr über die Vorzüge von Volvo Dynamic Steering.

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